Somatoforme Störungen


„Der Schmerz ist da, aber kein Befund!“ Die Schmerzen sind körperlich nicht begründbar, verschiedene Ärzte wurden konsultiert. Der Beginn und die Fortdauer der Symptome haben eine enge Beziehung zu unangenehmen Lebensereignissen, Schwierigkeiten oder Konflikten, jedoc h weigert sich der Patient, die Möglichkeit psychischer Ursachen zu diskutieren.

Die Einsicht in seelische Ursachen fehlt bzw. wird nicht angenommen. Depression und Angst machen sichbei dem Patienten breit. Der Patient hat den Anspruch: „Mach mir den Schmerz weg!“ Das Symptom ist groß, der Patient hilflos. Meistens haben diese Menschen eine längere Krankheitsgeschichte hinter sich ohne Auflösung.

 

Somatisierungsstörung

Häufig wechselnde körperliche Symptome sind tatsächlich vorhanden. Es gibt ein großes Bündel von Symptomen: Reizbarkeit, Hautbrennen, innere Unruhe, Magen-/Darmbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Kreuz-und Rückenschmerzen, Konzentrationsmangel, depressive Verstimmungen, Leistungsabfall, Kreislaufbeschwerden, Schweißausbrüche, Müdigkeit, Schwindel, Halsschmerzen, Herzschmerzen uvm. In der Regel ziehen die Symptome und das daraus resultierenden Verhalten Beeinträchtigungen in familiären, beruflichen und sozialen Beziehungen nach sich.

Von einer Somatisierungsstörung spricht man dann, wenn diese Störung länger als 2 Jahre andauert, keine körperlichen Ursachen zu finden sind und eine hartnäckige Weigerung besteht, die Befunde der Ärzte zu akzeptieren. Im Gegensatz zur hypochondrischen Störung, die in den somatoformen Themenkreis gehört und der Patient eine Bestätigung seiner Krankheit verlangt, ist das Ziel des Patienten bei einer Somatisierungsstörung, eine Behandlung zu finden, die auf die Beseitigung der Symptome abzielt.

 

Psychosomatische Störungen

Die Psychosomatische Medizin ist ein eigener Fachbereich, der zwischen der Psychiatrie und der Allgemeinmedizin angesiedelt ist. Dank der differenzierten Psychologie mit ihren lebensgeschichtlichen und introspektiven Perspektiven, werden bewusste und unbewusste Konflikte sowie biographische Lebenskrisen als psychogene Krankheitsursachen entdeckt.

Eindeutig seelischen Bezug haben folgende Erscheinungsformen: Magengeschwür/Darmgeschwür, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (colitis ulcerosa, morbus crohn), Bluthochdruck, Rheumatische Arthritis, Schilddrüsenüberfunktion, Neurodermitis, Asthma bronchiale.